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Redaktionelle Standards

Auf diese Domain verweisen CORDIS, die TU Graz und Seiten aus dem Hochschulbereich, und hier stehen Aussagen über Forschung und über Unterrichtspraxis. Wer von einer Universitätsseite kommt, darf fragen, wer das schreibt und worauf es sich stützt. Hier steht die Antwort, samt dem, was noch fehlt.

Ein Waagebalken, der waagerecht auf einem dreieckigen Drehpunkt ruht, an jedem Ende ein gleich großer Würfel.

Jede Angabe geht auf eine Quelle zurück, die wir ganz gelesen haben

Eine Tatsachenbehauptung über die Pilotversuche von No One Left Behind kommt nur dann auf eine Seite, wenn sie aus einem Dokument stammt, das wir vollständig gelesen haben. Das wichtigste dieser Dokumente ist die veröffentlichte Auswertung des Create@School-Ansatzes (Gaeta et al.,Sensors 2019); sie ist unter CC BY 4.0 frei zugänglich und liegt uns als Volltext vor. Bevor die erste Seite dieser Runde entworfen wurde, sind die verwendbaren Angaben daraus in eine schriftliche Quellendatei ausgezogen worden: wer teilgenommen hat, was tatsächlich gemessen wurde, was nach Angaben der Autorinnen und Autoren schiefging. Geschrieben wird anschließend gegen diesen Auszug und nicht aus der Erinnerung, denn einen Auszug kann man Zeile für Zeile prüfen, eine Erinnerung nicht. In einem frühen Entwurf dieser Seiten wurde eine Organisation als Projektpartner genannt, die keiner war. Das fiel vor der Veröffentlichung auf, und diese Arbeitsweise ist die Konsequenz daraus.

Ist eine Quelle nicht erreichbar, schreiben wir das auf die Seite, statt eine Kurzfassung zu umschreiben. Einige Seiten hier sind entstanden, bevor uns der Volltext vorlag, und sie sagen das offen: Sie benennen die Studie, geben ihre Ergebnisse aber nicht wieder. Das ist schwächer als das, was wir heute schreiben würden, und besser als eine selbstbewusste Zusammenfassung einer Arbeit, die hier niemand geöffnet hatte. Was wir über den Versuch selbst veröffentlichen, steht unterdie spanischen Pilotschulen, mit Zitat, DOI und einem Link auf den frei zugänglichen Volltext.

Widersprechen sich zwei Quellen, nennen wir beide

CORDIS gibt den geplanten Umfang mit rund 600 Kindern an fünf Schulen in drei Ländern an. Die veröffentlichte Auswertung beschreibt denselben Versuch so, dass er über 600 Schülerinnen und Schüler an acht verschiedenen Schulen erreicht habe. Fünf und acht, dasselbe Projekt, zwei Quellen, die beide Anspruch darauf haben, richtig zu liegen. Also stehen beide Zahlen da, jede ihrer Quelle zugeordnet, statt dass eine davon stillschweigend gewählt wird. Dasselbe gilt für die Reichweite der Befunde: Die Arbeit berichtet ausschließlich über den spanischen Pilotversuch, eine von drei geplanten Auswertungen, und die britische und die österreichische haben wir nicht gefunden. Begriffe, deren Bedeutung sich durch eine beiläufige Umschreibung verschieben würde, stehen einmal im Glossar.

Beleg und Einschätzung sind zwei verschiedene Sätze

Durch diese Seiten laufen zwei Arten von Sätzen, und sie sind unterschiedlich gekennzeichnet. Die erste gibt wieder, was eine Quelle hergibt, und wird ihr zugeordnet: „die Auswertung des spanischen Pilotversuchs berichtet, dass“. Die zweite ist das, was Ihnen jemand aus der Praxis sagen würde, in unserer eigenen Stimme und mit sichtbarer Naht: „dazu sagt die Auswertung nichts, aber im Unterricht würden Sie das prüfen wollen“.

Der redaktionelle Hintergrund liegt in der Pädagogik und im Unterrichten von Informatik, und daher kommt die zweite Art: was in den letzten zehn Minuten einer Unterrichtsstunde passiert, warum ein leeres Projekt ein schlechter Start für fünfundzwanzig Kinder ist. Als Forschung geben wir das ausdrücklich nicht aus. Keine Stichprobe, keine Kontrollgruppe, keine Messung, und wo ein solcher Satz neben einem veröffentlichten Befund steht, sagt die Seite, was von beidem er ist.

Was wir nicht tun

Wir führen keine eigenen Studien durch. Nichts hier ist eine Effektstärke, und keine Seite behauptet, ein Werkzeug habe dazu geführt, dass jemand mehr gelernt hat. Die Auswertung, auf die wir uns stützen, misst Akzeptanz und Nutzungserlebnis; im Fazit schreiben ihre Autorinnen und Autoren, die Prinzipien des Programmierens hätten logisches Denken gefördert und die Kreativität der Kinder angeregt. Das ist ihre Beschreibung dessen, was sie gesehen haben, kein gemessenes Lernergebnis. Daraus einen Beleg dafür zu machen, dass die Kinder mehr gelernt haben, ist der am leichtesten verfügbare falsche Satz auf dieser Domain.

Die meisten Werkzeuge, über die wir schreiben, haben wir nicht auf geteilter Schulhardware mit einer ganzen Klasse in einem Schulnetz getestet. Wo wir etwas nicht geprüft haben, steht das auf der Seite: Der Werkzeugvergleich nennt seine Kriterien und seine ungeprüften Lücken oben und kürt keinen Gesamtsieger.

Niemand bezahlt dafür, hier vorzukommen: kein Geld für Berichterstattung, keine Vermittlungsprovision, keine Werbung, keine gesponserten Einträge, kein Link als Gegenleistung. Die Seite setzt keine Analysewerkzeuge ein und lädt keine Skripte von Dritten; selbst die beiden Schriftarten liegen auf dieser Domain. Und eine Seite ohne Befund ist manchmal das richtige Ergebnis: Die Seite Veröffentlichungen hält fest, was wir gefunden haben und was wir gesucht und nicht gefunden haben.

Korrekturen

Wenn hier etwas falsch ist, ändern wir es und schreiben dazu, was geändert wurde. Keine stille Korrektur: Auf der Seite bleibt eine Zeile stehen, die nennt, was vorher dort stand und wann. Vorzuweisen haben wir dazu bisher nichts: Die Seite ist neu, und nichts steht lange genug online, um öffentlich korrigiert worden zu sein. Änderungen an einem Entwurf, der nie live war, sind keine Korrekturen, und wir geben sie nicht als Beleg für Selbstprüfung aus. Auch am Meldeweg fehlt ein Stück: Wer uns auf einen Fehler hinweisen will, braucht eine Adresse dafür, und die Kontaktseite ist nicht veröffentlicht. Bis dahin ist das eine erklärte Absicht und kein funktionierender Weg.

Zwei Sprachen, ein Faktenbestand

Jede inhaltlich tragende Seite gibt es auf Deutsch und auf Englisch, mit derselben Substanz in beiden Fassungen, und keine ist die maschinelle Übersetzung der anderen. Wo eine wörtliche Übertragung etwas ergäbe, das keine deutsche Lehrkraft so sagt, schreiben wir das, was sie tatsächlich sagt: Aus einer „mixed-ability class“ wird eine Klasse mit sehr unterschiedlichem Leistungsstand, aus einer „period“ eine Unterrichtsstunde. Und wo eine Fassung einen Satz braucht, den die andere nicht braucht, wird er geschrieben: Dass ausgerechnet die Auswertung des österreichischen Pilotversuchs zu denen gehört, die wir nicht finden konnten, interessiert hier mehr Leute als anderswo.

Was hier noch fehlt

Impressum, Datenschutzerklärung, Erklärung zur Barrierefreiheit und eine Kontaktadresse sind nicht veröffentlicht. Sie liegen als sichtbar unfertige Seiten vor, die aus dem Suchindex herausgehalten werden: Ungeprüfte Textbausteine wären eine schlechtere Antwort als ein Eingeständnis. Diese vier sind gewöhnliche Pflichten und keine Zugaben, und eine Seite, die um Vertrauen für Aussagen über Forschung bittet, darf sie nicht als optional behandeln. Bis sie stehen, ist diese Seite die gesamte Auskunft darüber, wer hier schreibt und worauf sich das stützt.

Quellen. Europäische Kommission, CORDIS:Projekt 645215.

Gaeta, E.; Beltrán-Jaunsaras, M. E.; Cea, G.; Spieler, B.; Burton, A.; García-Betances, R. I.; Cabrera-Umpiérrez, M. F.; Brown, D.; Boulton, H.; Arredondo Waldmeyer, M. T. „Evaluation of the Create@School Game-Based Learning–Teaching Approach.“ Sensors 2019, 19(15), 3251.doi:10.3390/s19153251. Frei zugänglich unter CC BY 4.0; Volltext beiEurope PMC PMC6695907.